Autor: tine

Mein Projekt für 2020

Zwischen Windeln, Rückbildung und Lust aufs Schreiben

2020 macht genauso weiter, wie das alte Jahr aufgehört hat. Kann es wirklich sein, dass schon wieder fünf von dreihundertsechsundsechzig Tagen rum sind? Zwischen wickeln, stillen, spielen, kuscheln, essen und hart erkämpfter Paarzeit rasen die Stunden an mir vorbei wie gepimpte Audis auf deutschen Autobahnen. Zeit für mich bleibt da oft auf der Strecke. Oder – seien wir ehrlich – nach einem anstrengenden Tag ist die Reisedoku aus der Mediathek oder das Durchscrollen von mehr oder weniger inspirierenden Instagram-Profilen einfach zu verlockend. Entspannend ist das allemal, aber auf Dauer doch auch irgendwie unbefriedigend. Ich vermisse das Schreiben Immer häufiger kribbelt es mir in den letzten Wochen wieder in den Fingern, endlich wieder Worte aufs Papier bzw. auf den Bildschirm zu bringen. Gerade jetzt in der Elternzeit vermisse ich das Schreiben. Vermisse es, meine Gedanken festzuhalten. Ich vermisse es, etwas Neues auszuprobieren und Themen auch außerhalb von Windeln, Kinderkrankheiten, Rückbildung und ermüdenden Impfdiskussionen anzugehen. Und genau das möchte ich in den verbleibenden dreihunderteinundsechzig Tagen des Jahres gerne ändern. Ich möchte dem Blog wieder Leben einhauchen und …

Südinsel wir kommen!

An diesem Morgen weckte uns ausnahmsweise mal nicht der Babytüp, sondern wir wurden knallhart vom Wecker um 6 Uhr morgens aus dem Bett geklingelt. Das Aufstehen fiel uns allerdings nicht allzu schwer, denn schließlich wartete die Fähre von Wellington nach Picton auf die Südinsel auf uns. Ein kurzer Blick aus dem Fenster beruhigte mich: das Wetter sah traumhaft aus. Man liest und hört nämlich teilweise wahrhafte Horrorgeschichten, was den Seegang auf der Fahrt mit ebendieser Fähre angeht. Und wer mich genauer kennt weiß, dass dreieinhalb Stunden Wellengeschaukel ohne Fluchtmöglichkeit der Endgegner für mich wären. Aber so konnten wir voller Vorfreude in den Tag starten. Nach einer kurzen Katzenwäsche gab es noch Frühstück für den Babytüpen und dann ging es auch schon los Richtung Hafen. Nach knapp 20 Minuten Fahrt waren wir auch schon angekommen, haben eingecheckt und reihten uns in die lange Schlange der mit uns wartenden Campervans ein. Wieder mal waren auffällig viele Deutsche mit von der Partie – man kann ihnen einfach nicht entkommen. 😉 Mit der Interislander-Fähre von Wellington nach Picton Wir …

Wellington: Zwischen Riesenkraken und Bullerbü

Neuseeland hat viel zu bieten. Wunderschöne Natur, traumhafte Farben, liebenswürdige Menschen. Aber die Städte sind in der Regel nicht wirklich die schönsten. Ganz oft fühlten wir uns irgendwie an Westernstädte erinnert: nicht besonders hübsch, die Gebäude eher funktional als wirklich ästhetisch. Die Hauptstadt Wellington ist da eine wirklich hübsche Ausnahme. Auf den grünen Hügeln, die die Stadt umgeben, stehen viele farbenfrohe Holzhäuser, die der Stadt einen ganz eigenen Charakter verleihen. Statt Westernstadt sieht es eher aus wie eine Mischung aus Villa Kunterbunt und Bullerbü – einfach irgendwie gemütlich und fröhlich. Im Stadtzentrum überwiegt dann zwar auch wieder eher die Praktikabilität, aber irgendwie hat die Stadt einfach Charme. Irgendwie dachte ich mehrmals, ich hätte als Studentin hier gerne mein Auslandssemester verbracht. Die Stadt hat einfach ein schön entspanntes Flair. Und übrigens etwa genauso viele Einwohner wie Lübeck, wirkt aber wesentlich größer. Wir mögen sie. Einmal ganz nach oben, bitte! Und Wellington wollte es uns wohl auch besonders schön machen, denn wir wurden von strahlend blauem Himmel geweckt. Nach einem schnellen Frühstück saßen wir schon gegen halb zehn …

Warmduscher in Wellington

Campingplatzduschen sind ja so eine Sache für sich. Auf unserer Reise haben wir schon so einige ausprobiert und von kalt und zugig bis hin zu angenehm warm mit eigenem Heizstrahler war alles dabei. Im Alltag macht man sich ja keine großen Gedanken über die kleinen Nasszellen für die (morgendliche) Körperpflege. Da ist es normalerweise ja immer warm und halbwegs sauber. Im Campingurlaub ist es aber jedes mal wieder ein Abenteuer. Und ich sag euch, nach zwei Tagen Katzenwäsche im Camper gibt es nichts Schöneres als eine lange, warme Dusche! Umso enttäuschter ist man dann, wenn einem nur 5 Minuten Warmwasser zur Verfügung steht und die Dusche dann ohne Vorwarnung plötzlich auf eiskalt umspringt. Naja, soll ja gut fürs Immunsystem sein. Oder wenn es zieht wie Hechtsuppe, der Fußboden eiskalt ist und der eklige Duschvorhang an deinen Beinen klebt. Oder noch schlimmer: wenn Vorhänge fehlen und damit nicht nur der Boden, sondern auch die frische Kleidung klitschnass wird. Von warmen Duschen und Sandwichtoasts Soweit zu meinem kleinen Exkurs in Sachen Campingduschen. Glücklicherweise hat es das Schicksal …

Delicious Bolognese und Sonnenuntergänge

Die Nacht in Ohakune war ungewohnt frostig und zum ersten Mal haben wir so richtig in unserem Camper gefroren. Zwar haben wir eine Gasheizung an Bord, aber uns war nicht so wohl bei dem Gedanken, diese die ganze Nacht laufen zu lassen, so dass wir sie nur sporadisch anwarfen. Aber dick eingepackt und zusammengekuschelt ging es schon irgendwie und nach einer heißen Dusche am Morgen waren wir alle wieder aufgetaut. Für den Tag war nicht viel geplant, deswegen ließen wir es ganz gemächlich angehen. Nach der Bewältigung unserer Wäscheberge und einem ausgiebigen Frühstück setzte sich die Karawane erst um die Mittagszeit wieder in Bewegung. Eigentlich ist bei den meisten Campingplätzen Checkout gegen 10 Uhr, aber es ist ja noch Nebensaison und daher nehmen es die meisten nicht ganz so genau. Im etwa zwei Stunden entfernten Palmerston North legten wir einen Stop bei Pak’nSave ein und füllten unsere zur Neige gehenden Essensvorräte wieder auf. Voll bepackt mit schönen Sachen ging es dann noch ein Stückchen weiter nach Himatangi Beach in einen sehr schönen Holiday Park direkt …

Ein Himmel voller Glühwürmchen und fragwürdige Touri-Fotos

Als wir am nächsten Morgen auf der Roselands Farm in Waitomo aufwachten und auf die Uhr schauten, konnten wir unseren Augen nicht trauen: der Babytüp hat uns tatsächlich bis 7 Uhr schlafen lassen! Das ist absolute Rekordzeit und fühlt sich ungefähr genauso gut an wie zu Pre-Eltern-Zeiten Sonntags bis eins im Bett zu bleiben. Also ziemlich gut. 😉 Der Blick nach draußen sagte: Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Es war ziemlich neblig und dazu gesellte sich ein unangenehmer Nieselregen. Wie gut, dass wir ein unterirdisches Vergnügen geplant hatten: ein Besuch der Waitomo Glowworm Caves. Wie der Name schon sagt, haben es sich dort in der Höhle ganz viele Glühwürmchen gemütlich gemacht. So geschniegelt und gestriegelt wie man halt bei einem Campingurlaub sein kann, kamen wir nach nur fünf Minuten Fahrt an und kauften für satte $100 Tickets für eine 45-minütige Führung durch die Höhle. Aber man kann Geld definitiv schlechter investieren und eine Höhle voller Glühwürmchen kann man sich einfach nicht entgehen lassen. Imaginäre Glühwürmchen, ahoi! Wie an jedem anderen touristischen Ort, funktioniert auch …

Lübeck in Neuseeland

Kalte Dusche am Morgen Am nächsten Morgen in Raglan wachte der Babytüp mit einer Schnupfennase auf. Glücklicherweise war er bis auf jede Menge Schnodder fit und wir konnten wie üblich in den Tag starten. Generell hat der Babytüp bisher ein unglaublich gutes Immunsystem – bis auf etwas Schnupfen und Husten, die nach ein paar Tagen von selbst wieder verschwanden, hat ihn bisher noch nie etwas schlimmeres ereilt. Naja, ich denke spätestens mit dem Krippen-Start wird sich das ändern, aber bis dahin genießen wir noch die weitestgehend krankheitsfreie Zeit. Mein Immunsystem wurde dann jedenfalls direkt bei der morgendlichen Dusche gestärkt. Eigentlich hatte ich mich schon wieder auf eine schöne warme Dusche gefreut. Diese Vorfreude wurde aber schnell zunichte gemacht. Das Wasser wurde überhaupt nicht warm und so sprang ich nach zwei Minuten und einer Katzenwäsche wieder durchgefroren aus der Dusche. Das Schild, man solle doch bitte der Umwelt zuliebe nur kurz Duschen, schien dann fast so ein bisschen wie Ironie. Naja, die Umwelt wurde auf jeden Fall geschont. Und immerhin konnte Felix dann später noch eine …

Zwischen Surfern und Yogis

Am 27. September sind wir sehr erholt auf der Ambury Farm inmitten von Schafen, Pferden, Enten und Schweinen aufgewacht. Nach dem Frühstück wollten wir noch eine Runde über die Farm drehen, um dem Babytüpen die Tiere zu zeigen. Denn egal ob Kuh, Gockel oder Hund: er wird immer total aufgeregt und ruft „da, da da“. Diese Vorliebe für Tiere hat er auf jeden Fall auch von seinem Papa. Den kann man am Meer aussetzen und er beschäftigt sich den ganzen Tag damit, nach Krebsen, Muscheln und Steinen Ausschau zu halten. 😉 Wir waren gerade bei den Lämmchen, als ein Vater mit seinen zwei Kindern mit Milchflaschen in der Hand vorbeikam und fragte, ob wir die Lämmer füttern wollten. Na aber klar wollten wir! Zielsicher habe ich mir das Lamm mit dem größten Appetit ausgesucht und innerhalb von ein paar Minuten hatte es die Flasche weggezischt, während das von Felix immer noch mühsam die Milch rausnuckelte.  Die Familie kommt unter der Woche jeden Tag um 8 Uhr auf den Bauernhof, um als Freiwillige bei der Versorgung …

Ja!

Der Babytüp hat ja so ziemlich alles von seinem Vater geerbt. Nur die Schlafgewohnheiten hat er wohl eher von mir. Wir sind eindeutig Lerchen – früh müde, früh wach. Obwohl ich zumindest im Urlaub auch nichts dagegen habe, mal bis 10 Uhr im Bett liegen zu bleiben. Der Babytüp sieht das allerdings etwas anders und so starteten wir wieder kurz nach 6 Uhr mehr oder weniger munter in den Tag. Ein vorsichtiger Blick hinter die Vorhänge des Campers verriet uns: noch war vom vorhergesagten Regen keine Spur. Man konnte sogar noch ein paar blaue Stellen am Himmel entdcken. Ein Strandspaziergang nach dem Frühstück sollte also noch trockenen Fußes drin sein. Doch mit Baby lässt sich bekanntlich nichts planen. Da der Babytüp während der Frühstücksvorbereitung bei mir in der Trage nochmal eingeschlafen ist, wurde der Strandspaziergang eben spontan vorgezogen. Essen mit Baby vor dem Bauch macht sich nämlich nur so mittelgut. Also warfen wir uns schnell unsere Jacken über die Schlafklamotten und spazierten die fünf Minuten zum Strand und zum bekannten Lion Rock. Der große Fels mitten …

Wie im Dschungelbuch

Auf unseren kleinen Wecker aka. Babytüp ist Verlass. Pünktlich um 6 Uhr waren wir wach und konnten die Zeit direkt dafür nutzen, unsere Wäsche zu waschen. Das ist ein bisschen so wie mit den Handtüchern und den Liegen – lieber schnell die Waschmaschine benutzen, bevor es jemand anderes tut. 😉 Da wir eine powered site, einen Stellplatz mit Strom, gebucht hatten, wurden auch nochmal sämtliche elektronische Geräte aufgeladen. So waren auch Handys und Kameras wieder voll einsatzbereit für die kommenden Tage. Danach nutzten wir die Vorzüge unseres tollen Campingplatzes in Whangarei und unterzogen auch uns erstmal einer Grundreinigung. Die Dusche war ein Traum – am liebsten wäre ich noch drei Stunden unter dem schönen warmen Wasser stehen geblieben. Erst, wenn man nicht jeden Tag eine gescheite Dusche zur Verfügung hat (die im Camper ist wirklich nur eine Notlösung), lernt man so eine schöne warme Dusche wirklich zu schätzen! Ich fühlte mich wie neu geboren und mit frischen Klamotten und ein wenig Make-up im Gesicht zum ersten Mal seit Tagen nicht wie der Schlumps persönlich. Frisch …