Neuseeland, Reisen
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Fast wie bei den Hobbits

Nach dem Chaos am Vortag lies uns der Babytüp immerhin bis 4 Uhr schlafen (mit Still-Unterbrechungen) und das erste Mal seit dem langen Flug fühlten wir uns sogar sowas wie ausgeruht. Deswegen schritten wir gleich hochmotiviert zur Tat und verstauten unsere Klamotten, Einkäufe und sonstigen Kram in den Schränken und hatten so noch vor Sonnenaufgang so etwas wie Ordnung auf unseren wenigen Quadratmetern geschaffen. Der frühe Vogel und so… 😉 Auch wenn ich sonst eher zur Fraktion Chaos gehöre, muss ich zugeben: im Camper ist eine gewisse Ordnung ein Muss, sonst findet man einfach nichts mehr. Oder man ist ständig hinterher, weil der der Babytüp sich die rumliegenden Sachen schnappt und sich wahlweise in den Mund steckt und ansabbert oder wild durch die Kante schmeißt. Der Spruch Ordnung ist das halbe Leben stimmt in diesem Fall also (leider) wirklich.

Während die Sonne langsam aufging, stellten wir erfreut fest, dass wir tatsächlich nur wenige Meter vom Meer entfernt geparkt hatten. Als der Himmel sich in den wunderschönsten Sonnenaufgangs-Farben zu färben begann, steckten wir den Babytüpen schnell in seinen Wollwalk-Anzug, warfen uns dicke Jacken über und liefen mit Kamera bewaffnet zum Strand. Der leichte Frust, der sich durch den anstrengenden Vortag aufgestaut hatte, war beim Anblick dieses Sonnenaufgangs sofort vergessen. Endlich realisierten wir so richtig, dass wir nun tatsächlich in Neuseeland angekommen sind. Und dass zwei Monate voller Familienzeit und vieler neuer Eindrücke vor uns liegen. Wir nutzten das schöne Licht für Fotos und je höher die Sonne stieg, desto mehr konnten wir auch von der Natur um uns herum erkennen. Der Long Bay Regional Park strahlte in satten Grüntönen und überhaupt scheinen hier alle Farben irgendwie intensiver zu sein, als wir es aus Deutschland gewöhnt sind. Nach einem langen Strandspaziergang waren unsere Akkus vollständig wieder aufgeladen – genau so etwas hatten wir nach dem gestrigen Tag gebraucht!

Es grünt so grün…

Hach…

Muscheln sammeln

Strandspaziergang

Nach dem Frühstück überredete mich Felix, im Nationalpark wenigstens mal eine Runde mit dem Camper zu drehen. Es klappte tatsächlich besser als gedacht und keines der zahlreich anwesenden schwarzblauen Hühner ist meinem Fahrstil zum Opfer gefallen. Als wir gerade dabei waren, unser nächstes Ziel für den Tag herauszusuchen, kam die Rangerin des Parks wie gerufen. Wir unterhielten uns ein bisschen mit ihr und sie gab uns den Tipp, als nächstes den Shakespear Regional Park anzusteuern. Da dieser im Reiseführer auch ganz nett klang, nahmen wir ihren Tipp gerne an.

Der Babytüp war von einer erneuten Tour im Auto nur so semi-begeistert und lies uns das auch relativ schnell spüren. Also legten wir einen außerplanmäßigen Stopp in Silverdale ein und nutzen die Zeit, um noch etwas Süßkram und eine neuseeländische Handykarte im Pak’n’Save zu kaufen, während der Babytüp sein Nickerchen in der Manduca hielt. Zurück im Camper habe ich dieses mal rechtzeitig und ordnungsgemäß telefonisch unseren Stellplatz im Shakespear Regional Park reserviert. Bezahlt wird das Ganze übers Telefon – man wird nach der Reservierung an eine automatische „Bezahlstelle“ weitergeleitet und muss dann dort seine Kreditkartendaten eintippen. Wenn das alles geklappt hat, gibt es eine Bestätigung per Mail.

Während der restlichen Fahrt war die Laune des Babytüpen dann fast so gut wie das Wetter – den ganzen Tag wurden wir von strahlend blauem Himmel und Sonnenschein begleitet. Am liebsten wären wir alle zehn Meter stehen geblieben und hätten ein Foto von der Aussicht gemacht – das glitzernde Meer und die Natur drumherum sahen einfach so schön aus! Im Shakespear Regional Park angekommen fühlten wir uns direkt in ein Herr der Ringe Film-Set zurückversetzt. Grüne Hügel mit fluffigen Schafen so weit das Auge reicht und im Hintergrund das in der Sonne glänzende Meer. Die Landschaft ist einfach so unglaublich schön! Das kann man auf keinem Foto wiedergeben, man muss es einfach mit eigenen Augen gesehen haben. Also Leute, auf nach Neuseeland! 😉

Unser Camper stand mittendrin: hinter uns die Hügel mit grünen Wiesen, Schafen und Urwald, vor uns das Meer. Hach! Im Übrigen haben wir einen sogenannten self contained Camper, da wir Wasser, Toilette und Dusche im Camper haben. An einigen Orten in Neuseeland darf man nur mit diesen SCC-Vans stehen. Wer also nicht immer auf Campingplätze angewiesen sein möchte, ist mit einem self contained Van also gut beraten.

Kaum angekommen genossen wir die Sonne, machten einen schönen Spaziergang am Strand entlang und beobachteten die Hühner und Pfauen im Park. Neben den „normalen“ Hühnern, wie wir sie kennen, gibt es hier auch so schwarzblaue Hühner (oder sowas in der Art zumindest), die einem hier so gut wie überall begegnen. Zum Mittag zauberte Felix in unserer mini Camping-Küche ein sehr leckeres Omelette und dank Fresskomas machten wir zusammen einen laaaangen Mittagschlaf, von dem wir uns für das Abendbrot nur seeeeehr langsam loseisen konnten. Der Jetlag machte sich auf jeden Fall immer noch bemerkbar und schon um 20 Uhr waren wir alle ausgeknockt. Dieses Mal aber voll mit beeindruckenden Bildern und inmitten von wunderschöner Natur. Und voller Vorfreude auf das, was da noch kommt.

Es ist so schön hier!

7 Kommentare

  1. Schön, dass ihr jetzt so richtig mittendrin angekommen seid! Ich bin gespannt auf die Erlebnisse, von denen ihr berichten werdet. Das ist ein bisschen Urlaub für zwischendurch für uns in grey old Germany. Wünsche euch eine tolle Zeit und bleibe auf jeden Fall fleißige Mitleserin. Gute Fahrt auch dem Babytüpen!

    • Christin sagt

      Vielen lieben Dank Maria! Ich hoffe ich schaffe es, regelmäßig über unsere Erlebnisse zu berichten.
      Liebe Grüße aus Wellington!

  2. Ganz wunderbar! Es macht echt sehr viel Spaß euch auf eurer Reise zu begleiten. Also bitte bloß nicht aufhören mit dem Schreiben!! 😉 Und beim Lesen wurde ich tatsächlich noch ganz wunderbar an die Thüringer Heimat erinnert als ich über das „wild durch die Kante schmeißen“ gestolpert bin 😀

    • Christin sagt

      Hahaha, ist durch die Kante schmeißen thüringerisch? ? War mir gar nicht bewusst. Sehr schön, dass du so fleißig mitliest. Ich hoffe, ich schaffe es weiterhin halbwegs regelmäßig zu berichten.

  3. Ihr Lieben, auch ich genieße eure Reiseberichte sehr! Ein Riesenmittagsschlaf von meiner “Babytuepin“ 😉 erlaubt mir grad das nachlesen – herrrrrrrlich, ich bin in Gedanken wieder dort! Ich fand diese “Hühner“ auch sehr schön, das sind Pukekos (Besserwisseralarm), die werden euch bestimmt noch ganz oft begegnen. Fahrt ihr bald auf die Südinsel? Alles Liebe, eure Mitfiebernde

    • Christin sagt

      Ahhh, danke für die Aufklärung bzgl. der Pukekos! Wir haben uns schon die ganze Zeit gefragt, wie die heißen. Wir sind nun schon seit ein paar Tagen auf der Südinsel. Gerade sind wir zu Besuch bei Freunden in der Nähe von Timaru, heute geht es weiter in den Westen, wahrscheinlich an den Lake Pukaki. Die Moeraki Boulders müssen wir aus Zeitgründen leider auslassen, aber man kann halt leider nicht alles sehen… 🙁
      Liebe Grüße und gib deiner Babytüpin einen Kuss von mir!

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