Neuseeland, Reisen
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Unser erstes Eigenheim

Die erste Nacht in Neuseeland war dank Jetlag schon um 3 Uhr vorbei. Felix und ich hätten sicherlich noch für ein paar Stündchen die Augen schließen können, aber die innere Uhr des Babytüpen war eindeutig auf Action eingestellt. In Deutschland war es ja auch 10 Stunden früher und damit quasi Primetime für den Babytüpen. Alle Eltern wissen: das Baby ist der Boss. Deswegen nennen wir den Babytüpen auch liebevoll den Don. 😀 Also nutzten wir die Zeit für ein Telefonat nach Deutschland und haben nochmal laaaange die schöne warme Dusche im Hostel genossen, denn wer weiß, wann wir das nächste Mal wieder eine saubere und vor allem warme Duschgelegenheit finden werden. Unsere gefühlten 20 Gepäckstücke ließen wir erstmal im Hostel und machten uns dann mit dem Zug auf zum Autoverleih, wo wir unseren fahrbaren Untersatz und gleichzeitig unsere Unterkunft für die nächsten sechs Wochen abholen wollten.

Die Übergabe dauerte eine Weile (für alle, die es interessiert, wir haben einen Wagen von Heron Campers). Alle Funktionen unseres ersten „Eigenheims“ wurden uns ausführlich erklärt und wir wissen nun, wie man das Abwasser aus dem Camper lässt, neues Wasser auffüllt und ein Chemieklo putzt (das ist im Übrigen weniger schlimm als gedacht). Da wir vorher ziemliche Gruselgeschichten gehört hatten, was den Zustand der Camper in Neuseeland angeht, waren wir super positiv überrascht. Unser Camper ist wirklich top in Schuss! Irgendwie verbinde ich Wohnmobil ja ehrlich gesagt immer irgendwie mit Rentnerurlaub. Aber mit dem Camper Van quer durch Neuseeland fahren klingt doch eigentlich ganz cool, oder? 😉 Trotzdem: So ein großes Schiff zu fahren und dann auch noch im Linksverkehr, davor hatte ich sehr großen Respekt. Glücklicherweise hat Felix nicht lange gefackelt, hat eine Runde auf dem Parkplatz gedreht und sich dann todesmutig in den chaotischen Aucklander Verkehr gestürzt. Unser erster Stop, ein großer Supermarkt, war nur etwa zehn Minuten Fahrt entfernt, aber wir waren alle sehr angespannt. Felix als Fahrer unseres Schiffes auf der „falschen“ Seite der Straße, ich als Navigator und Baby-Bespaßer und der Babytüp war durch die Zeitumstellung sowieso noch total durch den Wind und hundemüde und hat die ganze Zeit wie am Spieß gebrüllt. So können aus zehn Minuten gefühlt mal drei Stunden werden.

Der Babytüp inspiziert unser neues Zuhause auf Zeit

Nicht vergessen…

Beim riesengroßen Supermarkt Pak’n’Save haben wir dann mit dem schlafenden Babytüpen (ein Hoch auf die Manduca) gefühlt erstmal einen halben Haushalt eingekauft. Denn auch wenn man nur zwei Monate unterwegs ist, braucht man eben Geschirrspülmittel, Klopapier, Waschmittel, Gewürze usw. Zurück im Hostel nutzten wir nochmal die große Küche und es gab es noch Abendbrot für den Babytüpen. Dort lernten wir drei Neuseeländer kennen, die aus Rotorua für ein Konzert nach Auckland gekommen waren. Sie waren total vernarrt in den Babytüpen und einer schenkte ihm sogar sein Armband, damit wir eine gute Reise durch Neuseeland haben. Mit so einem Glücksbringer ausgestattet kann ja nichts mehr schief gehen. 😉

Das Glücksbringer-Armband für unsere Reise

Bis wir loskamen war es dann schon fast dunkel und glücklicherweise ist der Babytüp recht schnell im Auto eingeschlafen. Als Zwischenstopp für die Nacht haben wir uns den Long Bay Regional Park im Norden von Auckland ausgesucht. Dort angekommen suchten wir uns ein Plätzchen und machten den Babytüpen als erste Amtshandlung erstmal fertig fürs Bett.

Da auf einem Schild am Eingang stand, dass man den Stellplatz telefonisch buchen solle, rief ich pflichtbewusst gegen halb acht an. Doch die Dame am anderen Ende machte uns schnell klar, dass wir nur bis 19 Uhr hätten buchen können und jetzt leider nicht dort stehen bleiben können. Eigentlich waren wir alle am Ende unserer Kräfte und der Babytüp nur noch am Brüllen, aber wir wollten nicht gleich unsere erste Nacht im Camper in Neuseeland mit einer Straftat beginnen. Also kletterten wir alle nochmal ins Auto und stellten uns schlussendlich einfach auf den Parkplatz vor dem Regional Park. Ob erlaubt oder nicht war uns in diesem Moment dann einfach egal – wir wollten dem Babytüpen nur einfach seine wohlverdiente Ruhe geben. Glücklicherweise ist er sofort tief und fest eingeschlafen. Als dann auch noch irgendein Chlorzeug in unserem Bad ausgelaufen war und der ganze Camper wie eine Chemiefabrik stank, waren wir ehrlich gesagt einfach nur noch bedient. Da wir bei diesem Gestank nicht ruhigen Gewissens hätten schlafen können, musste also noch der Putzlappen geschwungen werden. Nach dieser groß angelegten Putzaktion fielen auch Felix und ich endlich in einen komatösen Schlaf. Tag zwei in Neuseeland war also ziemlich turbulent und die romantische Idee vom Camperurlaub am anderen Ende der Welt war in diesem Moment irgendwie gaaaanz weit weg…

Unser Schlafplatz in der ersten Nacht

6 Kommentare

  1. Käthe sagt

    Es macht Spaß mit euch auf Reisen zu sein und ich muss total lachen wenn ich das so lese. Und wer hat euch überhaupt gesagt, dass es entspannt wird??Es wird aufregend und sensationell schön und manchmal bestimmt stressig und solch lustige Erlebnisse werdet ihr niiiie vergessen…
    Ey und ein camper ist ja mal voll cool und trendy!!! (Und Wohnwägen im übrigen auch)????

    • Christin sagt

      Die positiven Momente haben bisher definitiv auch überwogen! 🙂 Man braucht eben immer erstmal ein paar Tage, bis sich alles ein bisschen einspielt.
      Und euer Wohnwagen ist natürlich auch super cool! :-*

      Küsschen aus Neuseeland

  2. Oje, ihr armen. Dass klingt nach einen holprigen Start :-/
    Aber nicht verzagen, die wunderschönen Momente kommen ganz gewiss noch! Liebe Grüße aus der Heimat!

    • Christin sagt

      Huhu ihr Drei!
      Am nächsten Tag wurde es schon viel besser, also alles gut! 🙂
      Wir schicken gaaaanz viele Grüße nach Lübeck!

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