Reisen, Vanlife
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Wohin die Reise geht

Eineinhalb Wochen noch. Oder wie wir zu unserem Sohn sagen würden: Noch 10 Mal schlafen. Dann geht es los auf unsere lange Elternzeit-Reise. Mindestens zwei Monate wollen wir mit unseren zwei Kindern in unserem VW California herumreisen und das berühmte Van-Life so richtig genießen. Die Vorfreude steigt, die Packliste wird immer länger und die letzten Bestellungen trudeln so langsam ein. Langsam dämmert es uns immer mehr: Bald geht es los ins große Abenteuer!

Die erste Frage, die immer kommt, wenn wir anderen von unserem Vorhaben erzählen ist: Wisst ihr schon, wo ihr als erstes hin wollt? Die Antwort ist ganz einfach: Nö, wissen wir nicht. Und das ist auch gut so.

Von Corona-Hotspots

Erstens kann man aufgrund der aktuellen Corona-Lage ja sowieso nichts so richtig planen. Jeden Tag ploppen neue Nachrichten auf, wo man derzeit besser nicht hinfahren sollte, weil die Fallzahlen plötzlich wieder stark ansteigen. Generell sind wir bei dem Thema recht entspannt – in unserem Bus sind wir sowieso größtenteils unter uns und eher in der Pampa und in der Natur unterwegs. Da sind die Chancen, dass man sich irgendwo ansteckt, doch eher gering. Trotzdem muss man natürlich auch immer mit einer Verschärfung der Maßnahmen oder einem erneuten Lockdown (zumindest für bestimmte Regionen) rechnen, von daher ist das mit dem Planen derzeit sowieso müßig.

Erst im März musste meine ehemalige Klassenkameradin Caro mit ihrer Familie ihre Reise in ihrem Van dank des Lockdowns abbrechen (ihr Instagram-Account macht übrigens ganz großes Fernweh – unbedingt mal vorbei schauen) – wir rechnen also erstmal mit allem und versuchen einfach, flexibel zu bleiben.

Ain’t no sunshine

Fast so unberechenbar wie Covid-19 ist auch das Wetter. Ganz ehrlich: Ich habe dieses norddeutsche Wetter einfach satt. Das, was sie hier in Schleswig-Holstein „Sommer“ nennen, finde ich als gebürtige Thüringerin meist eher deprimierend und erinnert mich nicht selten an einen ungemütlichen Herbsttag, bei dem man sich am liebsten mit einem warmen Tee auf der Couch einkuscheln möchte. Es ist oft kalt und windig und die Regentage in den letzten paar Wochen habe ich aufgehört zu zählen. Mimimi, ich weiß.

Aber ich bin nun mal eher der Typ „Meinetwegen-könnte-es-das-ganze-Jahr-30-Grad-warm-sein“ und wünsche mir für den Urlaub vor allem eins: Sonne! Ich möchte endlich meinen Vitamin-D-Speicher mal wieder so richtig auffüllen, möchte die Wärme der Sonnenstrahlen auf meiner Haut spüren, etwas Farbe bekommen und meine Sommersprossen züchten. Und deswegen werden wir während unserer Reise auch den aktuellen Wetterbericht im Auge behalten und ganz bestimmt nicht dahin fahren, wo für die nächsten Tage Dauerregen und 10 Grad angesagt sind. So.

So ungefähr stelle ich mir das mit der Sonne vor 😉

Frei sein.

Und Grund drei ist wohl der Wichtigste überhaupt. Wir wollen diese Freiheit mit unserem Camper einfach so richtig ausnutzen. Wollen uns treiben lassen und da bleiben, wo es uns gefällt. So lange wie wir möchten. Ganz ohne Druck, irgendwann irgendwo ankommen zu müssen. Denn genau deswegen haben wir unseren Bus gekauft. Unsere vier Quadratmeter kleines Zuhause auf vier Rädern, das man überall hin mitnehmen kann.

Im Marketing-Sprech würde man jetzt sagen, wir haben keinen Bus, sondern Freiheitsgefühl gekauft. Und das stimmt echt. Denn wir lieben das Gefühl, einfach drauf loszufahren und die schönen Orte dieser Welt mit unseren beiden Kindern zu entdecken. Die Flexibilität, einfach dort zu bleiben, wo das Herz gerade ganz laut schreit: „Ja, hier seid ihr richtig!“.

Unbedarft, aber glücklich

Ist das ein bisschen naiv in Zeiten, in denen gefühlt jeder Zweite Campingurlaub macht und die Campingplätze komplett überfüllt sind? Vielleicht. Werden wir auch mal an Orten schlafen müssen, die eher den Charme einer Autobahnraststätte haben? Ganz bestimmt.

Aber irgendwie haben wir beide die Überzeugung, dass das trotzdem alles ziemlich cool werden wird. Schon damals, als wir mit unserem Sohn für zwei Monate durch Neuseeland gefahren sind und so viele zu uns sagten „Wow, das ist aber mutig“, hat sich das für uns gar nicht so mutig angefühlt. Wir haben einfach auf unser Herz gehört und darauf vertraut, dass alles gut gehen wird. Und es war nicht nur gut, sondern so viel besser, als wir es uns je erträumt haben.

Und so wird es auch dieses Mal. Ganz bestimmt. Denn wir vier sind eine ziemlich coole Reisetruppe.

7 Kommentare

  1. Ines sagt

    Du schreibst immer so toll Tini! Aber das habe ich dir gestern ja schon gesagt. Ich freue mich schon auf den nächsten Link, der mich zu deinem Blog führt

    • tine sagt

      Vielen Dank nochmal für dein Feedback, liebe Ines! Ich versuche während unserer Reise immer mal ein bisschen zu berichten.

  2. Dietmar Hußing sagt

    Hallo Christin, hallo Felix!
    Michael hat von euren Plänen erzählt.
    Wunderbar! Werde den Blog mit großem Interesse verfolgen.
    Alle guten Wünsche aus Bruchköbel begleiten euch.

    • tine sagt

      Hallo Dietmar,
      wir freuen uns auch schon total! Ich versuche immer mal ein bisschen was von unserer Reise zu berichten.
      Liebe Grüße nach Bruchköbel

  3. Kati sagt

    Da bleibt nur noch zu sagen: GUTE FAHRT! EINE FRÖHLICHE ZEIT UND MEGASCHÖNE ERINNERUNGEN SAMMELN, DIE FÜR IMMER BLEIBEN!

    ???

  4. Der dessen Name nicht genannt werden darf sagt

    Dein „mimimi“ über das Wetter im Norden ist völlig berechtigt 😀

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